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Geschichte

  • Die Entstehung des Brucknerbund Rieds

    Nach Kriegsende zwischen 1945 und 1952 organisierte MR Dr. Max Gerhardinger, Bahn-, Gerichts- und Kinderarzt und selbst begeisterter Musiker größtenteils auf eigene Kosten Orchesterkonzerte, die er auch selbst dirigierte. Das im Jahr 1945 gegründete Orchester war fast ausschließlich von Rieder Musikern besetzt. Es gab in dieser Zeit weder einen Verein noch Sponsoren, so dass Dr. Gerhardinger auf die Idee verfiel, den „Verein der Tausend” zu gründen. Seine Vorstellung war, 1.000 Mitglieder zu gewinnen, die entstehende Defizite durch einen jährlichen Förderbetrag abdecken sollten; leider war dies schon damals nicht möglich. Offenbar in Verbindung mit dem Linzer Brucknerbund initiierte Dr. Gerhardinger dann selbst die Gründung des Brucknerbundes in Ried.Zur konstituierenden Sitzung wurden alle bekannten Ärzte, Rechtsanwälte und Politiker, ua der Abgeordnete zum Nationalrat Dr. Otto Kranzlmayr und der damalige Bezirkshauptmann Dr. Emil Staffelmayer, eingeladen.
  • Die Gründungsversammlung

    In der Gründungsversammlung im März 1953 wurde der damalige Bezirkshauptmann Dr. Emil Staffelmayer gewählt. Er war also der 1. Obmann des Brucknerbundes Ried, dem der Sparkassendirektor Alois Haginger (1956-1967), sowie die Gymnasialdirektoren HR Dr. Herbert Haidinger (1967-1975) und HR Dr. Franz Pochendorfer (1975-1987) nachfolgten. Von 1987 bis 1992 nahm HR Dr. Josef Demmelbauer, der ehemalige Bezirkshauptmann von Ried die Funktion des Obmannes wahr, von 1992 bis 1999 machte sich der ehemalige Direktor des Bundesgymnasiums Ried Mag. Karl Meissl, der bereits unter seinem Vorgänger geschäftsführender Obmann war, um den Brucknerbund verdient. Ein wichtiger Mentor und Sponsor war über Jahrzehnte Herr Alfred Wagner. Er kümmerte sich als Obmannstellvertreter (1956-1987) mit Herrn Max Rathmayr als Kassier (1973-1994) um die finanziellen Belange des Vereins. Erster musikalischer Leiter und Dirigent des Orchesters war Prof. Richard Redl. Das Gründungskonzert des Brucknerbundes Ried wurde am 18. September 1953 von den Wiener Symphonikern mit der 3. Symphonie von Anton Bruckner und dem „Te Deum” unter dem Dirigenten Generalmusikdirektor Dr. Volkmar Andreae aufgeführt.
  • Ausbau des Vereins

    Nach dem Tod von Prof. Redl leitete Prof. Karl Schmied aus Schärding vorübergehend das Orchester. Ihm folgte Herr Dr. Michael Mayr. Anschließend gelangte die Orchesterleitung für fast 10 Jahre in die bewährten Hände von Kapellmeister Otto Jürgen, der das Orchester immer weiter ausbaute und zu einem nicht mehr wegzudenkenden Klangkörper formte. Damit präsentierte sich der Brucknerbund als einziger Verein mit einem eigenen Orchester, welches allen Musikern der Region als Plattform zum aktiven Ausüben eines erlernten Instruments im symphonischen Zusammenspiel dienen sollte. Dass sich daraus die Notwendigkeit ergab, entsprechenden musikalischen Nachwuchs zu fördern, lag auf der Hand. Somit wurde unter der Patronanz des Brucknerbundes Ried mit 1.9.1958 die Musikschule in Ried gegründet und mit deren Leitung Kapellmeister Otto Jürgen betraut. Die neue Einrichtung, deren alleiniger Träger der Brucknerbund Ried war, wurde von der Bevölkerung äußerst positiv angenommen. Erst mit der Einführung des Landesmusikschulgesetzs konnte die Musikschule 1977 an das Land OÖ übertragen werden. Die enge Verbindung des Brucknerbundes mit der Musikschule ist bis heute erhalten geblieben. Unterstützt durch die Musikschullehrer, die ihrerseits immer wieder Schüler in das Orchester miteinbringen, ist der Brucknerbund Ried eine Einrichtung geworden, die in ihrem über 50-jährigem Bestehen einen fixen Platz in der Rieder Kulturszene hat. Untrennbar verbunden mit dem Brucknerbund Ried ist der langjährige Dirigent, Dom-kapellmeister Prof. Joseph Werndl, der nach dem Tod von Otto Jürgen im Jahr 1967 die Geschicke des Brucknerbundes federführend mitgestaltete und weit über 100 Konzerte mit dem Orchester zur Aufführung brachte. Während der Probenarbeit zum Herbstkonzert 1999 erkrankte Prof. Werndl plötzlich. Über Initative der stv. Obfrau Christa Wieneroither konnte Prof. MMag. Gunter Waldek kurzfristig als „Einspringer” engagiert werden. Im Frühjahr 2000 dirigierte Prof. Werndl das Orchester zum letzten Mal und nahm im Sommer durch die Übersiedlung nach Salzburg Abschied vom Brucknerbund Ried.
  • Aktuelle Entwicklung

    Die folgenden Konzerte wurden von Paul Gulda, Bernhard Schneider und Gunter Waldek geleitet. Im Frühjahr 2002 gelang es dem seit Mai 1999 amtierenden Obmann Rechtsanwalt Dr. Robert Mayrhofer und seinem Team, Prof. Waldek als ständigen künstlerischen Leiter des Rieder Brucknerbundorchesters zu gewinnen. Gunter Waldek ist Vizerektor der Anton Bruckner Privatuniversität und aufgrund seiner fachlichen Qualifikationen ein Garant für den weiteren Erhalt und Ausbau des Orchesters. Der Zweck unseres Vereins, in Würdigung Anton Bruckners die heimatliche Kunst und Kultur zu pflegen, wird gerade durch die rege Konzerttätigkeit des eigenen symphonischen Orchesters in Verbindung mit der Landesmusikschule in besonderen Maße erreicht.